Geschichte
Ebenau scheint 1182 in der Urkunde der Pfarrkirche Thalgau erstmalig auf. 1585 erhalten die Gebrüder Steinhauser die Bewilligung, ein Hammerwerk aufzubauen. Der Grund, ein Hammerwerk zu errichten war die Energieversorgung durch die Wasserkraft und der Waldreichtum zur Erzeugung von Holzkohle. 1634 kaufte Erzbischof Paris Lodron das Hammerwerk und 1636 siedelten sich die Gewehrfabrikanten Klett an. Das Museum im Fürstenstöckl dokumentiert die historische Bedeutung Ebenaus als Zentrum der Eisen- Kupfer- und Messingverarbeitung.
Die noch gut erhaltenen Bauernmühlen beweisen, dass der Getreideanbau eine große Rolle gespielt hat. Seit Beginn der 60iger Jahre ist der Getreideanbau durch die Spezialisierung der Bauern auf Grün-, Milch- und Rindwirtschaft verschwunden.
1925 wurde zur Energieversorgung der Stadt Salzburg ein E- Werk am Fuße des Ochsenberges erbaut im zuge dessen wurde der Wiestalstausee angelegt um genügend Wasser für die Energiegewinnung zu liefern.
Ebenau liegt auf einer Seehöhe von 607m und hat heute ca. 1.400 Einwohner.
Messing- oder Hammerwerk
Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink im ungefähren Verhältnis von 3:1. Wegen seiner physikalischen Eigenschaften fand es eine so ausgebreitete Verwendung wie außer dem Eisen kein anderes Metall. Es ist in kaltem Zustand hämmer- und streckbar, härter und steifer als Kupfer, oxydiert weniger an der Luft und widersteht Säuren besser.
Vor der Entwicklung der Eisenindustrie und der Erfindung des Porzellans wurde Messing zur Herstellung sämtlicher Haushaltungsgegenstände verwendet.
Bei der Messingherstellung mit Galmei wurde dieser kleingestampft, mit Holzkohlenstaub vermischt und schichtweise mit dem ebenfalls zerkleinerten Kupfer in feuerfeste Tiegel eingefüllt. Diese Schmelztiegel wurden in den Ofen eingesetzt und die Masse 9-12 Stunden in großer Hitze zusammengeschmolzen. Nachdem man sie zur Abkühlung in große Gussformen oder Gruben gegossen und in noch warmen Zustand zerschlagen hatte, wurde das so entstandene Rohmessing nach einem weiteren Schmelzprozeß entweder zu Blechen gehämmert oder zu Drähten verschiedener Stärke gezogen.
In der Blütezeit des Werkes (30 jähriger Krieg) fanden 200 Mann Beschäftigung im Messingwerk. Jährlicher Reingewinn für das Erzstift waren 12.000 Gulden.
Der Großteil des hier erzeugten Messings wanderte nach Italien in Form von Blech oder Fertigware, wo man eigens in Venedig eine Verkaufsstelle errichtete. Aber auch in die Schweiz, nach Frankreich, Deutschland und die österreichischen Erblande wurde es verkauft.
Die Eisen- und Messingteile des Spielwerkes für das weltberühmte Salzburger Glockenspiel, welches 1702 fertig gestellt wurde, sind vor ihrer Bearbeitung durch Jeremias Sauter im Ebenauer Hammerwerk hergestellt worden.
Betrieben wurde das Messingwerk, wie auch alle weiteren wirtschaftlich wichtigen Zweige durch die Wasserkraft.
Erzeugung von Holzkohle
Das Holz, welches aufwendig durch die Strubklamm geflößt wurde, wurde am Ausgang der Klamm (Kohlstatt) zu Holzkohle verarbeitet.
Man braucht Holzkohle nicht nur zum Wärmen von Händen und Füßen, sondern zur Speisebereitung in der Küche, für die Wurst- und Fischbratereien, für die Bügeleisen der Hausfrauen aber vor allem in großer Menge für die handwerklichen Betriebe. Die Huf- und Waffenschmieden, die Gießereien und Schmelzhütten sowie das Messingwerk verbrauchte große Mengen an Holzkohle.
Mit der Herstellung und Anlieferung von Holzkohle wurden die Bergbauern der näheren Umgebung beauftragt und vertraglich verpflichtet.
Erst durch den elektrischen Strom wurde bei zunehmender Industrialisierung die Holzkohle weitgehend verdrängt.
Die Familie Klett
Durch die Erfindung des Schwarzpulvers im 14. Jhd. (im Orient angeblich um 1.000 Jahre früher) von Berthodl Schwarz bestand nun die Möglichkeit Schusswaffen verschiedener Gattungen anzufertigen.
Zur Zeit des 30-jährigen Krieges ließ der kaiserliche Kroatengeneral Graf Ludwig von Isola die Stadt Suhl in Thüringen anzünden. Viele Bewohner darunter auch Gewehrfabrikanten wurden obdachlos und wanderten aus. Zu diesen haben auch die Klett´s gehört. Sie kamen 1636 nach Ebenau bei Salzburg. Die Familie Klett war den Erzbischöfen nicht unbekannt, denn seit einem halben Jahrhundert lieferten sie dem Zeugamt auf Hohen Salzburg die Waffen. Dem Erzbischof Paris Lodron war es sehr willkommen, die Rohrschmiede (Waffenschmiede) im eigenen Lande ansiedeln zu können, denn man benötigte im 30-jährigen Krieg stets Waffen. Infolge der Invasion der Schweden im deutschen Lande war die Verbindung mit Suhl oft gefährdet, wenn nicht unterbrochen. Er nahm die Familie Klett somit sofort auf. Mit ihrem Eintreffen in Ebenau hörten die bisher jährlichen Waffenlieferungen aus Suhl auf.
Die Waffenschmiede der Familie Klett befand sich im Haus Nr. 19, heute Sägewerk Schweighofer. Die Arbeiten aus der Ebenauer Rohrschmiede waren hauptsächlich auf Grund technischer Entwicklungen verschiedener Typen von Repetier- und Hinterlade- Feuerwaffen sowie Wendergewehre geschätzt.
Fürstenstöckl
Das Museum dokumentiert die historische Bedeutung Ebenaus (1585-1870) als Zentrum der Eisen-, Kupfer- und Messingverarbeitung.
Nach jahrelanger Sammeltätigkeit wurde das Heimatmuseum 1967 eröffnet.
Neben zentnerschweren Schmiedehämmern mit Esse und Blasebalg gibt es besondere Prunkwaffen der Leibgarde Erzbischof Wolf Dietrichs. Stein, - Radschlossgewehre und Prangerstutzen, alles seiner Zeit im Ebenauer Werk erzeugt, sind zu sehen.
Im sakralen Teil des Museums befindet sich das Standesamt der Gemeinde.
Auch unsere Vereine präsentieren eindrucksvoll ihr Jahrhunderte langes Bestehen.
Außerdem gibt es sehr seltene Exponate aus Land- und Forstwirtschaft, der Jagd und der Landesverteidigung zu sehen.
Einen netten Abschluß des Rundgangs ist der Besuch eines alten Volkschul- Klassenzimmers.
Zur Erinnerung an Ihren Besuch im Fürstenstöckl in Ebenau bei Salzburg erhalten Sie eine an Ort und Stelle geprägte Kupfer- oder Messingmünze mit dem „Museum im Fürstenstöckl als Motiv“.
› Zum Blog
› Bildergalerie




