Die Biographie
1759
Am 27. Jänner um 8 Uhr abends wurde dem fürsterzbischöflichen Kammermusikus Leopold Mozart in der Salzburger Getreidegasse von seiner Frau Maria Anna (geb. Pertl) ein Sohn geboren, Das 7. Kind des Ehepaares. Von den Geschwistern lebte allerdings nur Maria Anna Walburga Ignatia "Nannerl" noch.
Der Sohn wurde am nächsten Tag im Salzburger Dom unter dem Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus getauft. Er nannte sich in Italien von 1770 an Wolfgango Amadeo und von etwa 1777 an Wolfgang Amadè. Salzburg zählte damals etwas über 16.000 Einwohner.
1760
Leopold Mozart notierte zu verschiedenen Stücken aus einem Notenbuch, daß Wolfgang diese in seinem 4. Lebensjahr gelernt hätte.1761
Im Jänner oder Februar schrieb der 5jährige Mozart seine ersten Kompositionen (Andante für Klavier KV 1a, Allegro für Klavier KV 1b), die Leopold Mozart in das Notenbuch notierte.Er trat erstmals am 1. September 1761 öffentlich in Salzburg auf, wo er in dem lateinischen Schuldrama „Sigismundus Hungariae Rex" als einer der „salii" (Tänzer) in der Aula der Universität mitwirkte.
Mozart besuchte zeitlebens weder eine Schule noch eine Universität, war aber durch seine Kompositionen für den erfolgreichen Schulabschluss seiner Freunde mit der Salzburger Universität eng verbunden.
1762
Leopold Mozart reiste mit seinen Kindern Wolferl und Nannerl zu Beginn des Jahres nach München, wo sie vor dem Kurfürsten Maximilian III. Joseph spielten, im Herbst dann nach Passau, wo Wolfgang für sein Spiel vor dem Fürstbischof Joseph Maria Graf Thun-Hohenstein "einen ganzen Dukaten" erhält. In Wien spielte er in mehreren wichtigen Häusern. Die Mozarts wurden auch von Maria Theresia sehr freundlich empfangen: "der Wolferl ist der Kayserin auf die Schooß gesprungen, sie um den Halß bekommen, und rechtschaffen abgeküsst." Die Kaiserin schickte den Kindern auch je ein Galakleid und erkundigte sich auch nach Wolfgangs Befinden, als er vorübergehend erkrankt war.1763
Leopold Mozart wurde von Fürsterzbischof Sigismund Christoph Graf von Schrattenbach, der durch seine Aufgeschlossenheit die Reisen der Mozarts auf großzügigste Weise förderte, zum Vizekapellmeister ernannt. Wolfgang spielte erstmals auch öffentlich Violine und wurde von seinem Vater auf der Orgel eingeführt: "Davon er dann gleich stante pede die Probe abgeleget, den schammel hinweg gerückt, und stehend preambulirt und das pedal dazu getreten ... als wenn er schon viele Monat geübt hätte". Leopold Mozart reiste mit seinen Kindern über München, Augsburg, Ulm, Heidelberg, , Mainz, Köln, Aachen, Lüttich, Brüssel etc. nach Paris.1764
Die Mozarts waren in Versailles bei König Ludwig XV. eingeladen; Madame de Pompadour verhielt sich den Mozarts gegenüber hochmütig. Zwei Sonaten für Klavier oder für Klavier und Violine (KV 6, 7), die Mozart der Königstochter Louise-Marie-Thérèse de Bourbon widmete, erschienen als op. 1. im Druck. Im April reisten sie über Calais-Dover nach London, wo die Kinder wiederholt vor König Georg III. musizierten.1765
Auf einer Reise in Den Haag, erkrankte Nannerl so schwer an Typhus, daß sie bereits die Sterbesakramente erhielt. Während Nannerl wieder der Genesung zustrebte, erkrankte Wolfgang und lag "8 Täge ohne ein Wort zu sprechen" und ist dabei so abgemagert, daß er "nichts als seine zarte Haut und kleine Gebeine mehr an sich hat".1766
Ende November kamen sie wieder in Salzburg an. Die ca. dreieinhalb Jahre dauernde Reise kostete etwa 20 000 Gulden, Leopold bringt allerdings wertvolle Geschenke mit sowie Gegenstände, die er in Salzburg verkaufen konnte.1767
Die Mozarts reisten nach Wien um Konzerte zu geben. Schnell aber haben Sie den Heimweg angetreten um der Blattern Epedemie zu entkommen. Mozart und Nannerl wurden jedoch bereits angesteckt und mussten sie ertragen.1768
Die Mozarts reisten wieder nach Wien. Besuch bei Maria Theresia und Kaiser Joseh II. Mozart wurde von ihm gefragt, "ob er lust hätte eine opera zu componieren, und selbe zu dirigieren?" - es entstand die Opera buffa "La Finta semplice"1769
Anfang Jänner waren die Mozarts wieder in Salzburg. "La Finta Semplice" wurde in der Salzburger Residenz erstaufgeführt. Erzbischof Siegmund ernannte Wolfgang im November zum unbesoldeten 3. Konzertmeister der Hofkapelle und gab Leopold für die bevorstehende Italien-Reise 120 Dukaten. Leopold reiste mit seinem Sohn im Dezember über Lofer, Innsbruck , Bozen Trient - Verona, wo sie Ende Dezember ankamenJohann Adolph Hasse an Giovanni Maria Ortes, Venedig, 30. Sept.: "Ich habe hier die Bekanntschaft eines gewissen Herrn Mozard gemacht ... Er hat eine Tochter und einen Sohn ... der Knabe, der höchstens zwölf oder dreizehn Jahre zählen dürfte, ist bereits Komponist und Kapellmeister. Ich habe die Kompositionen gesehen, die von ihm stammen sollen. Sie sind in der Tat nicht schlecht, und ich habe darin nichts von einem zwölfjährigen Knaben bemerkt. Ich wage nicht zu zweifeln, daß sie von ihm sind, da ich ihn auf mannigfache Weise auf dem Klavier geprüft habe. Er hat mich Dinge hören lassen, die in diesem Alter etwas Unbegreifliches darstellen und die auch für einen ausgebildeten Mann bewundernswert sein könnten. ... seine Kinder sind gut erzogen. Der Knabe ist außerdem hübsch, lebhaft und anmutig und hat ausgezeichnetes Benehmen; man kann nicht umhin, ihn liebzugewinnen, wenn man ihn kennt." . In Bologna traf er mit dem berühmten italienischen Musiktheoretiker Padre Giovanni Battista Martini zusammen, der ihm ein Zeugnis über seine musikalischen Fähigkeiten ausstellte. In Rom übergab der Kardinalsekretär Graf Pallavicini Mozart die Insignien des ihm von Papst Clemens XIV. verliehenen Ordens vom „Goldenen Sporn".
1770-1775
Viele Reisen brachten die Familie durch ganz Europa.1776
In Salzburg wurde im Jänner "Thamos, König von Egypten" von Tobias Philipp von Gebler mit Mozarts Musik gespielt. Am Palmsonntag wurden im Salzburger Dom zum Vierzigstundengebet Mozarts "Litaniae de venerabili altaris sacramento" (KV 243) und am Ostersonntag bei dem vom Erzbischof zelebrierten Hochamt eine Messe Mozarts aufgeführt.Im Juli wurde die von Sigmund Haffner d. J. zur Vermählung seiner Schwester bestellte Haffner-Serenade (KV 250/248b) "im Gartenhaus bey Loreto" gespielt.
1777
Mozart richtete zwei Gesuche an den Erzbischof, erst um Reiseurlaub, dann um Dienstentlassung, die denn auch gewährt wurde; die gleichzeitige Entlassung Leopolds nahm er allerdings im September wieder zurück.Abreise nach München, wo die Mozarts sich vergeblich um eine Anstellung Wolfgangs bemühten. Im Oktober nach Augsburg, wo Wolfgang viel Zeit mit seiner Cousine Maria Anna Thekla (dem "Bäsle") verbrachte. Im Oktober Weiterreise nach Mannheim.
1778
Mozart erwähnte im Jänner das erste Mal seinem Vater gegenüber die Familie Fridolin Weber, vor allem die Tochter Aloisia: "sie singt halt recht vortreflich, und hat eine schöne reine stimme, es geht ihr nichts als die action ab, dann kann sie auf jedem theater die Prima donna machen. Sie ist erst 16 jahr alt". Mozart konzertierte einige Male mit ihr in Kirchheimbolanden und beschloss mit ihr und der Schwester Josepha eine Konzertreise: "Ich glaube, wir werden in die schweiz gehen, vielleicht auch nach holland." Leopold war entrüstet und forderte ihn brieflich auf, nach Paris zu gehen, wo er mit Maria Anna auch im März ankam.Maria Anna Mozart erkrankte, verlor ihr Gehör und verstarb am 3. Juli in Mozarts Gegenwart "sie starb ohne das sie etwas von sich wuste - löschte aus wie ein licht". Leopold hatte für Wolfgang und sich selbst im August die Wiedereinstellung in Salzburg erreicht.
1780
Der Erzbischof Colleredo zitierte Mozart am 12. März nach Wien, wo es im Zuge verschiedener Meinungsverschiedenheiten schließlich im Mai zum Bruch kam: "Ich bin noch ganz voll der Galle! ... Ich bin nicht mehr so unglücklich in Salzburgischen diensten zu seyn ... ich hasse den Erzbischof bis zur raserey." Er mußte sein Quartier verlassen und zog zur Familie Weber am Petersplatz. Von Graf Arco erbat Mozart ebenfalls den Rücktritt, den er erst nach der 2. Unterredung mit einem Fußtritt erhielt.Im Dezember teilte er seinem Vater mit, eine Weber-Tochter ehelichen zu wollen: Constanze. Eine Woche später berichtete er ihm, daß er mit Kaiser Joseph II. vertraulich gesprochen hätte - auch von seiner bevorstehenden Heirat.
1781
Mozart suchte nach einem fixen Engagement, um die existentielle Grundlage für eine Ehe zu schaffen. Im April war er sonntags zu Mittag immer bei Gottfried van Swieten, "und da wird nichts gespiellt als Händl und Bach".Im Juli die erste Aufführung der "Entführung", Text von Gottlieb Stephanie d. J., im Burgtheater. Das Werk ist auch außerhalb Wiens der größte Bühnenerfolg Mozarts zu seinen Lebzeiten. An seinen Vater schrieb er in diesem Monat "ich muß sie bitten, um alles in der Welt bitten; geben sie mir die Einwilligung daß ich Meine liebe Konstanze heyrathen kann."
1782
Am 17. Juni wurde sein erstes Kind geboren: Raimund Leopold. Juli - Ende November reiste er mit Constanze (ohne den Neugeborenen) nach Salzburg. Als sie zurückkehrten, erfuhren sie vom Tod des Kindes.1784
Für seine Klavierschülerin Barbara von Ployer komponierte Mozart im Februar das Klavier-Konzert Es-Dur (KV 449): "der ganze vormittag geht mit Lectionen herum, folglich bleibt mir nichts als der abend, zu meiner lieben arbeit - zur komposizion.".Im August heiratete Mozarts Schwester Nannerl Johann Baptist von Berchtold zu Sonnenburg.
Am 21. September wurde Mozarts zweites Kind Karl Thomas geboren.
1785
Am 20. April beendete Mozart seinen "Figaro" (Text von Lorenzo Da Ponte), der am 1. Mai im Burgtheater uraufgeführt wurde. Am 18. Oktober wurde Mozarts drittes Kind Johann Thomas Leopold geboren, verstarb aber bereits einen Monat später.Aus Karl Ditters von Ditterdorfs "Lebensbeschreibung" von 1786: "[Mozart] ist unstreitig eins der größten Originalgenies, und ich habe bisher noch keinen Komponisten gekannt, der so einen erstaunlichen Reichtum von Gedanken besitzt. Ich wünschte, er wäre nicht so verschwenderisch damit. Er läßt den Zuhörer nicht zu Atem kommen; denn kaum will man einem schönen Gedanken nachsinnen, so steht schon wieder ein anderer herrlicher da, der den vorigen verdrängt, und das geht immer in einem fort, so daß man am Ende keine dieser Schönheiten im Gedächtnis aufbewahren kann."
1786
Im Jänner reiste Mozart mit Constanze nach Prag, wo er einen "Figaro"-Taumel erleben konnte: "hier wird von nichts gesprochen als vom - figaro; nichts gespielt, geblasen, gesungen und gepfiffen als figaro; keine Opera besucht als - figaro und Ewig figaro".4. April schrieb Mozart an seinen Vater:
"da der Tod /: genau zu nemmen :/ der wahre Endzweck unsers lebens ist, so habe ich mich seit ein Paar Jahren mit diesem wahren, besten freunde des Menschen so bekannt gemacht, daß das Bild nicht allein nichts schreckendes mehr für mich hat, sondern recht viel beruhigendes und tröstendes! ... ich lege mich nie zu bette ohne zu bedenken, daß ich vielleicht /: so Jung als ich bin :/ den andern Tag nicht mehr seyn werde."
Zu dieser Zeit kam der 16j. Beethoven aus Bonn nach Wien, um bei Mozart zu lernen, musste aber wegen einer Erkrankung der Mutter vorzeitig abreisen.
Am 28. Mai verstarb Leopold Mozart.
Am 27. Dezember wurde Mozarts 4. Kind Theresia geboren (das am 29. Juni 1788 verstarb).
1790
Am 26. Jänner fand die Erstaufführung von "Cosi fan tutte" im Burgtheater statt (Libretto wieder von Da Ponte) - mit 9 Wiederholungen im selben Jahr. Mozart geriet in immer größer werdende finanzielle Bedrängnis, aus der ihm Puchberg immer wieder heraushalf.1791
Im Mai begann Mozart mit der Komposition an der "Zauberflöte" nach dem Text von Emmanuel Schikaneder. Constanze war immer wieder in Baden bei Wien zur Kur, wo sie Mozart besuchte. Am 7. Juli schrieb er an Constanze: "es freuet mich auch meine Arbeit nicht ... gehe ich ans Klavier und singe etwas aus der Oper, so muß ich gleich aufhören - es macht mir zu viel Empfindung."Am 26. Juli wurde sein 6. Kind Franz Xaver Wolfgang geboren (der am 29. Juli 1844 in Karlsbad starb).
Am 4. Dezember fand eine Art Probe des noch unvollendeten Requiems statt, bei der Mozart den Alt-Part sang. Am 5. Dezember 5 Minuten vor 1 Uhr nachts starb Mozart in seiner Wiener Wohnung in der Rauhensteingasse Nr. 8 an „hitzigem Frieselfieber". Der Leichnam wurde in der Kruzifix-Kapelle des Stephansdoms eingesegnet, durch das Stubentor auf den St. Marxer Friedhof gefahren und in einem Reihengrab beigesetzt. Das Grab ist unbekannt geblieben.
Nach dem Tod
Aus ihrer Ehe gingen sechs Kinder hervor, wovon nur zwei überlebten - Carl Thomas und Franz Xaver Wolfgang. Bei beiden wurde bald eine musikalische Begabung sichtbar. Carl Thomas absolvierte eine Kaufmannslehre in Livorno und wandte sich dank der Vermittlung Joseph Haydns, einem großen Verehrer seines Vaters, dem Studium der Musik zu. 1810 gab er jedoch dieses wieder auf und schlug die Beamtenlaufbahn ein.
Sein jüngerer Bruder Franz Xaver Wolfgang, genannt W. A. Mozart (Sohn), erhielt Unterricht bei Johann Nepomuk Hummel, Georg Joseph Vogler, Antonio Salieri sowie Johann Georg Albrechtsberger und wurde ein bedeutender Komponist und Pianist.
Nach dem Tode ihres Gatten nahm Constanze mit dem Verleger Johann Anton André wegen der Herausgabe von Mozarts Kompositionen Kontakt auf Im Jahre 1809 heiratete Constanze Mozart den dänischen Legationssekretär Georg Nikolaus Nissen, der neben dem Historiker und Bibliothekar Friedrich von Schlichtegroll eine der ersten Mozart-Biographien verfaßte.
In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigte sich ein zunehmend wissenschaftliches Interesse am Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts. Die erste Auflage eines „Chronologisch-thematischen Verzeichnisses sämtlicher Tonwerke Wolfgang Amade Mozart's", das so genannte „Köchel-Verzeichnis" wurde 1862 von Ludwig Ritter von Köchel bei Breitkopf & Härtel in Leipzig herausgegeben.
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