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Mozart und die Frauen

Es waren nicht viele Frauen, die neben Mozarts größter Liebe – der Musik – eine bedeutende Rolle spielten. Neun Jahre lang führte er eine überaus glückliche Beziehung mit seiner „Stanzerl“. Seine Schülerin Anna Gottlieb hielt ihm bis zuletzt die Treue und war die erste Pamina in der „Zauberflöte“.

 Maria Anna Mozart, geborene Pertl, Mozarts Mutter (1720 – 1778)

Maria Anna Pertl, geboren in Sankt Gilgen am Wolfgangsee, heiratete 1747 den Komponisten Leopold Mozart im Dom zu Salzburg. Mit ihm hatte sie sieben Kinder, wovon jedoch nur zwei überlebten. Mozarts Mutter war eine sehr gesellige, heitere Frau. Sie liebte es, Freunde, Nachbarn, Kinder, Hunde und Katzen um sich zu scharen. Sie dichtete gerne und schlecht und freute sich an derben Späßen und unfeinen, bäuerlichen Ausdrücken. Wolfgang wurde darin ihr gelehriger
Schüler. 1777 begleitete sie ihren Sohn auf seiner
Parisreise mit Zwischenaufenthalten in München,
Augsburg und Mannheim. Dort wurde sie schwer
krank und starb im Juli 1778.


 

Anna Maria „Nannerl“ Mozart, Mozarts Schwester (1751 – 1829)

Nannerl war vier Jahre älter als ihr Bruder Wolfgang. Sie war eine begnadete Klavierspielerin und reiste in ihrer Kindheit mit der ganzen Familie durch Europa. Auch sie war ein Wunderkind, rückte hinter dem kleinen Bruder jedoch zunehmend in den Hintergrund. Die beiden Kinder liebten einander sehr. Nannerl war schüchtern, häuslich und sorgte sich um den Bruder und um den Vater. Mit 33 Jahren heiratete sie den Juristen Johann Baptist Franz von Berchtold zu Sonnenburg. Von diesem Zeitpunkt an
lebte sie im Geburtshaus ihrer Mutter in Sankt Gilgen
und gebar drei Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes
1801 kehrte sie nach Salzburg zurück und verdiente
sich dort als Klavierlehrerin ihren Lebensunterhalt.


 

Maria Anna Thekla Mozart, das „Bäsle“,
Mozarts Cousine (1758 – 1841)

Als Mozart 1777 mit seiner Mutter nach Augsburg
kam, entspann sich eine übermütige und
überschwengliche Freundschaft zwischen den
jungen Verwandten. Mozart schrieb ihr eine Reihe
von Briefen, die wegen ihrer obszönen Anspielungen
und der häufig verwendeten Fäkalsprache berühmt-
berüchtigt sind. Neun dieser Briefe sind erhalten
geblieben. Nach Mozarts Parisreise war das Bäsle
dabei, als Mozart von Aloysia Weber harsch
zurückgewiesen wurde und angstvoll nach
Salzburg zurückkehrte. Der Briefkontakt brach
nach der Eheschließung Mozarts mit Constanze Weber ab.

 


Constanze Mozart, geborene Weber, Mozarts Ehefrau (1762 – 1842)

Constanze Weber war die zweite Wahl W. A. Mozarts. Aloysia Weber – Constanzes Schwester – erhörte seine Liebe nicht. 1782 heirateten Mozart und Constanze und führten eine glückliche, wenn auch kurze Ehe, in der sie sechs Kinder gebar. Nur zwei Söhne blieben am Leben.

Constanze entsprach der Gefühlswelt und Lebensweise ihres Wolfgang Amadeus. Sie war keine bedächtige, stille Hausfrau, das hätte sein Temperament wohl gar nicht ausgehalten. Sie amüsierte sich und gab großzügig Geld aus. Mozart arbeitete in ihrer Gegenwart beschwingter als je zuvor. Einen Einblick in das junge Eheleben gibt das „Bandl-Terzett“ von 1783. Mozarts Kompositionstätigkeit unterstützte Constanze durch nächtliches Punscherl brauen und Geschichten erzählen. Wenn Mozart morgens aufstand, hinterließ er seiner Frau zärtliche Grüße.

Reisen unternahmen die beiden wenn möglich zu zweit. Im letzten Jahr ihrer Ehe war Constanze geschwächt von den Geburten und Mozart ging allein auf Reisen. Sehnsuchtsvolle Briefe verkürzten die Zeit bis zum nächsten Wiedersehen: „Liebe mich nur halb so, wie ich Dich liebe, dann bin ich zufrieden.“

Nach Mozarts Tod erlebte Constanze, wie der Name Mozart berühmt wurde. 1809 heiratete sie den dänischen Legationsrat Nissen, einen glühenden Mozart-Verehrer, der die erste Biografie Mozarts schrieb. Nach seinem Tod lebte Constanze in Salzburg und starb 1829.
Constanzes Einsatz für die Sicherung von Mozarts musikalischem Nachlass hat dazu beigetragen, dass dieser der Nachwelt durch alsbaldige Drucklegung erhalten blieb.