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Mozart und Geld

Geld spielte in Mozarts Leben durchwegs eine große Rolle. Als freischaffender Künstler verfügte er über kein regelmäßiges Einkommen und so lernte er den Wohlstand und die bittere Not gleichermaßen kennen. Zahlreiche Bittbriefe an Freunde, Förderer und Logenbrüder zeugen von den Geldsorgen der Mozarts.


In Mozarts Kindheit kümmerte sich Vater Leopold um alle praktischen Dinge und Geldangelegenheiten der Familie. Die Reisen durch Europa waren mit großen Kosten verbunden, so dass man hart kalkulieren musste und oft auf Anleihen oder Kredit angewiesen war.


W. A. Mozart war in seiner Lebensführung und in Gelddingen bei weitem sorgloser. Er lebte fast ausschließlich als freischaffender und ausübender Künstler ohne festes Einkommen. Er musste seine Familie ernähren und Wien war ein teures Pflaster. Seine Position brachte es mit sich, dass er ständig von der Hand in den Mund lebte und der Unterhalt nie gesichert war. Stellt man diese Faktoren in Rechnung, gelangt man zu dem Ergebnis, dass Mozart auf dem Weg, den er eingeschlagen hatte, sogar recht weit kam.


Mozarts Einkommen als Erwachsener speiste sich aus vier Hauptquellen: Die wichtigste Einnahmequelle war der Erlös aus seinen öffentlichen Akademien und den Konzerten in den Adelspalais. In seiner ersten Wiener Zeit war Mozart sehr gefragt und brachte es zu großem Wohlstand. Davon zeugte die prächtige Wohnung im heutigen „Figaro-Haus“ hinter dem Stephansdom, das eigene Reitpferd und die rauschenden Feste und Bälle.

Mozart war in dieser Zeit ein gefeierter Pianist und umschwärmter Lehrer: Mit Klavier- und Kompositionsunterricht sicherte er sich etwas regelmäßigere Einkünfte. In seiner Anfangszeit unterrichtete er drei bis vier Schüler pro Tag, was
meistens den ganzen Vormittag in Anspruch nahm.

Der Unterricht kostete ihn viel Zeit und hielt ihn oft
vom Komponieren ab. Die dritte wichtige Einnahme=
quelle waren Mozarts Kompositionen. Ein festes
Gehalt bezog Mozart ab Dezember 1787 als K.K.
Kammermusicus – sein erster regelmäßiger Verdienst,
seit er 1781 Salzburg verlassen hatte. Mozarts Finanzlage
verdeutlicht, dass der Komponist verhältnismäßig gut
leben konnte – mit einem Jahreseinkommen, das
immerhin zwischen 2000 und 6000 Gulden betrug.


Andererseits war Mozart oft in Geldnot. Viele haben seine Misere auf ein ausschweifendes Leben oder eine völlige Unfähigkeit, mit Geld umzugehen, zurückführen wollen, doch es kamen noch zwei weitere Faktoren hinzu: Zum einen bewegten sich Mozart und seine Frau in wohlhabenden Kreisen, und das in einer ohnehin teuren Stadt. Zum andern waren Mozarts Einkünfte von seinem Wohlbefinden und seiner Schaffenskraft abhängig.
Die Verschlechterung seines eigenen Gesundheitszustandes und die ständige Sorge um seine kranke Frau Ende der 1780er Jahre riefen weitere Geldnöte hervor.


Nach Mozarts Tod wurde das Vermögen des Verstorbenen genau errechnet: 500 Gulden standen dreitausend Gulden Schulden gegenüber – beim Schuster, Schneider und Apotheker. Die sechzig Gulden Bargeld im Haus erlaubten nur ein Begräbnis dritter Klasse.